FINCH war auch dieses Jahr auf dem SEAcamp in Jena mit dabei, das dort bereits zum 7. Mal stattfand. Mit diesem Beitrag möchten wir unsere Erfahrungen teilen und eine kleine Zusammenfassung darüber geben, was die Online-Marketing-Branche derzeit beschäftigt.

Die Vielfalt der Vortragsinhalte reichte wieder von sehr technischen Themen, die dem Account-Manager konkretes Werkzeug an die Hand geben (oder sogar die ein oder andere Freudenträne in die Augen treiben) über allgemeine Zusammenfassungen komplexer, neuer und alter Themen bis hin zu einer Reihe von spannenden, interdisziplinären Vorträgen über Themen wie Amazon, Social Media, Google CSS oder Data Studio. Dabei werden die Vorträge, die sich thematisch entweder am Puls der Zeit bewegen oder mit den beständigen Herausforderungen der Branche beschäftigen, in verschiedene Expertenlevel eingeteilt. So können sich die Zuschauer ganz einfach die für sie geeigneten Sessions aussuchen.

Juristische Sachverhalte im Online-Marketing sind für den Online-Marketers mitunter schwer zu durchschauen und oft besteht ein gefährliches Halbwissen, wenn eine gewisse Detailtiefe erreicht wird. Darüber sprach Anwalt Peter Hense, der an Hand von einigen Beispielen das Bewusstsein dafür schärfte, wie schnell Markenrechtsverstoße vorliegen.

 

Peter Hense

Wirtschaftspsychologin Hellen Roring berichtete in ihrem Vortrag von einem Experiment zur Landingpage-Optimierung, angepasst an den konkreten Usertypen. Dabei kam die sogenannte “Limbic Map” aus der Psychologie zur Anwendung. Im Test wurden drei Versionen einer Landingpage des gleichen Produkts erstellt und jeweils ansprechend für jede der drei Ausprägungen gestaltet. Das Ergebnis zeigte, dass die angepassten Landingpages tatsächlich besser bewertet wurden.

 

Hellen Roring

Der sehr technische Vortrag von Ivana Nikic beschäftigte sich mit einer Herausforderung, das viele Account-Manager kennen dürften: das Anlegen von Aktionen in verschiedenen Kampagnen oder über mehrere Konten hinweg, ohne dass dies zu viel Zeit beansprucht. Nikic hat dieses Problem mit Templates gelöst und damit einen Großteil der Arbeit automatisiert. Auch bei Finch verwenden wir eine solche Lösung seit einiger Zeit.

 

 

Ivana Nikic

Verschiedene Smart Assistants wie Siri, Alexa, Alibaba usw. haben ihren Platz schon längst in der Internetsuche gefunden. Eckart Backofen hat untersucht, inwieweit sich diese auf die (lokale) Suche auswirkt und die Ergebnisse in seinem Vortrag vorgestellt. Dass aktuell im Google Reporting noch nicht unterschieden werden kann, ob ein Search Term eingegeben oder eingesprochen wurde, stellt hier ein zentrales Problem dar. Denn so ist aktuell lediglich die Analyse der Search Terms (“Ok, Google …”) Grundlage der Studie. Als überraschende Erkenntnis präsentiert Backofen, dass sich der Anteil der Voice Search im Verhältnis zur Non Voice Search von 2017 bis 2019 kaum gesteigert hat.

Eckart Backofen

Die Smart-Shopping-Kampagnen von Google stellen auf Basis von maschinellem Lernen und unter Verwendung von jahrelang gesammelten Userdaten ein automatisiertes Bidding Tool dar. Allerdings ist die Smart-Shopping-Kampagne unflexibler als herkömmliche Kampagnen: so können etwa die Search Partner nicht deaktiviert werden, aber auch Geräte- sowie Standort-Gebote sind nicht möglich (!). Wie sinnvoll Google’s Smart Shopping Kampagnen sind, hat Gerhards Jahns näher untersucht und die Ergebnisse in seiner Session vorgestellt. Er konnte einen starken Anstieg des mobilen Traffics beobachten sowie anfänglich einen deutlichen Kostenanstieg. Vor allem kurzfristige saisonale Schwankungen kann der Algorithmus schwer aufgreifen und bei einer schwächeren Phase nur schwerfällig reagieren. Generell erforderte die Kampagne eine kontinuierliche Anpassung.

Auch unser Timo Bernsmann von Finch hat einen Vortrag mit dem Titel “Google CSS – Und jetzt?” auf dem SEAcamp gehalten. Dabei hat er analysiert, was der Stand der Dinge ist und wer letzten Endes profitiert. Timo hatte auch konkrete Handlungsempfehlungen für alle Werbetreibende im Gepäck, die Google Shopping als Absatzkanal bestmöglich nutzen möchten. Sein Fazit: unbedingt die Vorteile des CSS-Programms mitnehmen, dabei aber die Kontrolle behalten durch Kontroll-Merchant Center.

 

 

Timo Bernsmann

Abschließend kann man sagen, dass auch das SEAcamp 2019 in Jena – wie zu erwarten – ein abwechslungsreiches und interessantes Programm geboten hat und es zahlreiche Möglichkeiten zum austauschen und networken gab – Späße wie die Fotobox oder die Searchterm Challenge gab es gratis obendrauf. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste SEAcamp in Hannover.